Aber ich stehe genau vor dem Kakteengarten. Der Mund geht nicht mehr zu, und die Augen werden immer größer. Mein Kopf streckt sich an den meter hohen Kakteen entlang zum Himmel Richtung Sonne, weil ich diesen Steingarten in einen Blick gar nicht erfassen kann. Ich muß erst um einen kleinen Teich laufen, um diese Kakteenlandschaft in einem Blickfeld zu bestaunen. Diese riesigen stacheligen Kugeln haben es mir angetan, und mich in ihren Bann gezogen. Ich mache immer wieder Fotos von mir mit Selbstauslöser, um mal die Größe dieser Pflanzen zu zeigen. Mittlerweile habe ich so an die 300 Fotos geschossen, und meine Batterie zeigt schon den niedrigsten Stand an. Also beschließe ich zurück zur Holzhütte zu gehen um den Accu laden zu lassen. Mit einem letzten Blick auf die Kakteen wende ich mich nach links. Bleibe aber gleich wieder stehen. Wau, da steht sie. Riesig, majestätisch. Ich habe gefunden wonach ich gesucht hatte. Die Kaiserpalme mit den 7 Seitentrieben. Sie steht in der Mitte eines Kreisels, und man kann um sie herrum laufen. Ich komme mir vor wie eine kleine Ameise, so gigantisch groß kommt mir diese ca.170 Jahre alte Dattelpalme vor. Von unten werden die 7 Arme mit einem Metallgestell gestützt, denn diese wuchsen erst in 2m Höhe aus dem Hauptstamm herraus. Auch oben sind Metallschellen um jeden Stamm, die mit Stahlstangen verbunden sind. So hat alles den richtigen Halt, und die Stämme können nicht durch ihr Eigengewicht abbrechen. Während ich den Accu an der Holzhütte ließ, suche ich im Huerto del Cura noch nach weiteren Motiven, und mache es mir im Schatten auf einer Bank gemütlich. Diese Stille wird manchmal durch den Schrei eines Pfaues unterbrochen, der hier stolz sein prächtiges Farbenkleid zur Schau stellt. Nach einer dreiviertel Stunde war meine Canon wieder einsatzbereit. Ich mache noch etliche Fotosvon diesem wundervoll angelegten Garten. Es ist inzwischen auch schon 15.30 Uhr geworden. Nach 3 Stunden Aufenthalt im Huerto del Cura begebe ich mich in Richtung Ausgang. Dies ist eine Kopie der Dame von Elche. Diese iberische Büste wurde im Jahr 1897 in dieser Stadt gefunden, und steht heute im nationalen Archeologischen Museum von Madrid. Diese kleine Büste (links) steht an der Nordseite der Kaiserpalme. Ihren Namen verdankt sie Elisabeth von Österreich ("Sissi") den der Kaplan Castano diesem Baum während ihres Besuchs im Jahr 1894 widmete. Der geistliche Kaplan Castano geboren 1843, verstorben 1914 gab diesem Garten den Namen "HUERTO DEL CURA". Ich schaue noch durch den Souveniershop, der jetzt rechts vorm Ausgang liegt. Auf einem Ständer hängen Schlüsselanhänger mit vielen Gesichtern drauf. Und ich entdecke auch mich dabei. Der Mann am Eingang mit der Kamera, dafür war das also gedacht. Für 4 Euro mit dem Schriftzug Elche drauf. Ein schönes Andenken. Den Rückweg zum Parkplatz finde ich auf Anhieb. An einer Apotheke zeigt das Thermometer 31 Grad im Schatten. Alle Geschäfte sind geschlossen. Um diese Zeit halten hier alle Ihren Mittagsschlaf. Noch während dessen ich diesen Bericht in Calpe am Strand schreibe, beschließe ich noch einmal nach Elche zu fahren. Aber dieses Mal werde ich einen anderen Weg zum Huerto del Cura nehmen.